Debütantensalon
Mit Emeli Glaser und Lilli Tollkien präsentieren wir im Debütantensalon einmal mehr zwei außerordentliche literarische Stimmen.
Emeli Glaser liest „Rahnsdorf Ripper“
Berlin kennt man als Stadt der Szeneviertel und Creative Hubs. Es gibt aber noch ein anderes Berlin. Richtung Ostrand der Stadt wird das Leben muffig und eng. Hier stehen seelenlose Einfamilienhäuser neben DDR-Bungalows, Wendeverlierer hängen in Sportkneipen rum, Familienväter kaufen billig bei Kaufland im Industriegebiet. Es ist das wahre Berlin: das Abgehängte, das Konservative, das kleinbürgerlich Piefige. Emeli Glaser streift durch Mahlsdorf, Schönweide und Rahnsdorf – und begegnet hier dem brutalen deutschen Durchschnitt. In ihrem ersten Buch trifft sie auf Orte, wo die Menschen sich zwischen Selbstmitleid und Größenwahn eingerichtet haben und viel zu oft den einfachen, statt den mutigen Weg gehen. Mit „Rahnsdorf Ripper“ zeichnet sie ein Porträt der Absurdität des Patriarchats in unseren Zeiten.
Lilli Tollkien liest „Mit beiden Händen den Himmel stützen“
Eine Kindheit und Jugend im Ausnahmezustand und ein Mädchen, das zur Heldin der eigenen Geschichte wird. Lale wächst in den 80ern in einer Berliner Männer-Kommune auf, in der Partys gefeiert und Revolutionen geplant werden. Sie darf wach bleiben, solange sie will, Süßigkeiten essen und ewig fernsehen. Doch sie sehnt sich nach Geborgenheit und Verlässlichkeit, während ihre eigenen Grenzen immer wieder übertreten werden. Auf dem schmalen Grat zwischen Freiheit und Vernachlässigung sucht Lale ihren Weg, taumelt an den Rändern und findet Jahre später Halt im Erzählen selbst. Authentisch, verletzlich, von poetischer Spannkraft.
Eine Veranstaltung des Literaturhaus Kassel
Eintritt: € 12,- / 10,- erm. / 8,- Mitglieder / 5,- Studierende und Schüler*innen
Online-Tickets kaufen hier möglich