Fried, Johannes

Johannes
Fried
Johannes Fried
© picture-alliance/Frank May

Johannes Fried, geboren 1942 in Hamburg, ist ein deutscher Mittelalter-Historiker. Ab 1983 lehrte er mittelalterliche Geschichte an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Er war von 1996 bis 2000 Vorsitzender des Verbands deutscher Historiker und saß in zahlreichen akademischen Gremien. Von Fried stammt die Idee einer "Memorik", die Erkenntnisse der Psychologie und Neurologie in die Geschichtsschreibung aufnimmt. Horst Fuhrmann würdigte ihn bei der Verleihung des Sigmund-Freud-Preises für wissenschaftliche Prosa als "einen der originellsten Historiker deutscher Zunge".

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  • 19:30

    Sanner Ventures

    Schillerstr. 80
    64625
    Bensheim
    Kein Tod auf Golgatha

    Was wissen wir zuverlässig über Jesus? Dass er gelebt hat und um das Jahr 30 gekreuzigt wurde, gilt als Minimalkonsens. Der renommierte Historiker Johannes Fried geht noch einen Schritt weiter: Medizinische Erkenntnisse legen nahe, dass Jesus die Kreuzigung überlebt hat. Von hier aus begibt sich Fried auf eine höchst spannende Spurensuche nach dem überlebenden Jesus, die von den Evangelien über Fragmente «häretischer» Schriften bis zum Koran führt.

    Folgt man dem nüchternen Kreuzigungsbericht des Johannes, erlitt Jesus bei der Folterung eine Lungenverletzung und fiel am Kreuz in eine todesähnliche Kohlendioxidnarkose. Nur eine gezielte Punktion kann das Leben retten, und genau dafür sorgte der Lanzenstich eines römischen Kriegsknechts. Jesus wurde ungewöhnlich früh vom Kreuz abgenommen, ins Grab gelegt und bald darauf lebend gesehen. Johannes Fried beschreibt, wie sich in der Folge im Römischen Reich die Theologie vom auferstandenen Gottessohn verbreitete, während Jesus in Ostsyrien als Mensch und Gesandter Gottes verehrt wurde. Diese Lehre wurde verketzert und ist nur noch in Fragmenten greifbar, aber gerade hier könnten sich Spuren von Jesu weiterem Wirken außerhalb des Zugriffs der römischen Staatsgewalt finden, die bis zur Frühgeschichte des Islams führen.

    Eintritt: 5,-