Burnside, John

John Burnside, geboren 1955 in Dunfermline, Fife in Schottland, zählt in seiner schottischen Heimat neben A. L. Kennedy zu den bedeutendsten Gegenwartsau- toren. Für sein Werk aus Lyrik und Prosa erhielt er zahlreiche Preise. Sein von der Kritik hoch gelobtes Erinnerungsbuch »A Lie About My Father« wurde ein Bestseller. Er ist Professor für Kreatives Schreiben an der University of St Andrews in Schott- land und schreibt eine Kolumne in »The Guardian«.

Lügen über meinen Vater

»John Burnside ist einer der ungeheuerlichsten Schriftsteller der Welt. … Seine
früheren Bücher sind von hypnotischer Wucht und einer stilistischen Brillianz, die
bei wenigen zeitgenössischen Autoren zu finden ist ...« Thomas Glavinic, FAZ
»Der schottische Autor John Burnside hat sich hierzulande mit zwei grandiosen Romanen einen Namen gemacht. Mit »Lügen über meinen Vater« legt er ein weiteres erschütterndes Meisterwerk vor. ... In dunkel leuchtenden Sätzen fragt Burnside nach Schuld und Sühne, nach der Erlösung von dem Bösen.« Manfred Pabst, NZZ

Am Ende wünscht John Burnside seinem Vater nur noch den Tod. Er hat für den Mann, der über Jahre die Familie terrorisiert, der lügt und säuft, einzig Hass übrig. Doch er verbirgt seine Gefühle und schweigt. Bis die Begegnung mit einem Fremden ihn zwingt,
sich seinen Erinnerungen zu stellen und diese Geschichte von alttestamentarischer
Wucht zu erzählen. Der Vater war ein Nichts. Als Säugling auf einer Türschwelle abgelegt. Zeitlebens erfindet er sich in unzähligen Lügen eine Herkunft, will Anerkennung und Bedeutung. Er ist brutal, ein Großmaul, ein schwerer Trinker, ein Tyrann. Seine Verachtung zerstört alles, die Mutter, die Familie, John. Dieser hat als junger Mann massivste Suchtprobleme, landet in der Psychiatrie und erkennt in den eigenen Exzessen den Vater. Erst die Entdeckung der Welt der Literatur eröffnet ihm eine Perspektive. Nur einem Autor vom Kaliber John Burnsides kann es gelingen, eine solche, auch noch autobiographische Geschichte in Literatur zu überführen. So ist dieses Buch ein radikal wahrer Blick in die menschlichen Abgründe und zugleich eine Feier der Sprache.

Versuch über das Licht

»Dass der Schotte John Burnside ein Erzähler von Weltrang ist, spricht sich allmählich herum. Nun ist er mit einem ersten, glänzend übersetzten Gedichtband endlich auch bei uns als eminenter Lyriker zu entdecken.« Tobias Döring, FAZ
»In den Gedichten scheint das Licht sanft. Gut, dass sie endlich für den deutschen
Leser entdeckt werden.« Dorothea von Törne, Die Welt

John Burnside ist nicht nur ein großartiger Romanautor, sondern auch der bedeutendste schottische Dichter der Gegenwart. Burnsides Lyrik handelt von einfachen Ereignissen: eine Hafenszene, eine Zugfahrt, Tiere, die durch das Licht der Scheinwerfer huschen. Seine Betrachtungen der Natur - seien es Wasserlandschaften in Schottland oder der Gesang einer Amsel - sind Fragen nach dem Rätsel des Seins, gestellt in unaufdringlichem Ton. Mit einer luziden, leuchtenden Sprache erkundet Burnside in seinen Gedichten den unsichtbaren Raum zwischen den Dingen an der Schwelle des Unerhörten.

 

Bild: 
© Helmut Fricke