Trojanow, Ilija
Ilija Trojanow, 1965 in Sofia geboren, wuchs in Kenia auf und lebt heute in Wien. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Würth-Preis für Europäische Literatur und den Carl-Amery-Literaturpreis. Zuletzt erschienen u.a. »An den inneren Ufern Indiens« (2003) und »Der Weltensammler« (2006).
EisTau
Ein Mann, der die Gletscher so sehr liebt, dass er an ihrem Sterben verzweifelt. Eine Reise in die Antarktis, die ein tragisches Ende findet: Ilija Trojanow hat einen wunderbar poetischen Roman über die Erhabenheit der Natur und die Gefährdung unserer Welt geschrieben.
Zeno hat sein Leben als Glaziologe einem Alpengletscher gewidmet. Während eines heißen Sommers muss er allerdings erfahren, dass das Sterben seines Gletschers nicht mehr aufzuhalten ist. Er zieht sich aus der Universität zurück und heuert auf einem Kreuzfahrtschiff an, um Touristen die Wunder der Antarktis zu erklären. Hier, auf dem letzten noch unberührten Kontinent, erlebt er das Eis in seiner reinsten Form. Und hier gibt er sich der leidenschaftlichen Affäre mit der philippinischen Kellnerin Paulina hin. Dennoch findet Zeno keine Ruhe. Die Ignoranz der Urlauber, ihre mangelnde Achtung vor der fremden Welt, die sie bereisen, sowie die Zeichen fortschreitender Schmelze bedrücken ihn zusehends. Als dann ein namhafter Künstler ein groß angelegtes Spektakel auf dem Eis inszenieren will - alle Passagiere sollen sich zu einem gigantischen SOS-Zeichen formieren -, ist für Zeno endgültig der Augenblick gekommen, etwas zu unternehmen.
