De Waal, Edmund

Der Hase mit den Bernsteinaugen

»Nicht nur das Buch des Jahres, sondern des Jahrzehnts …« Julian Barnes
»Elegant. Bescheiden. Tragisch. Homerisch« Stephen Frears

Dieses weltweit gefeierte Buch ist mehr als eine außergewöhnliche Familiengeschichte, es ist eine Wunderkammer, eine brillant geschriebene Erkundung über Besitz und Verlust, über das Leben der Dinge und die Fortdauer der Erinnerung. 264 Netsuke, japanische Miniatur-Schnitzereien aus Holz und Elfenbein, liegen in einer Vitrine des britischen Keramikkünstlers Edmund de Waal. Auf welch abenteuerlichen und verschlungenen Wegen sie dorthin gelangten, das erzahlt de Waal in einem wunderbaren Erinnerungsbuch, das von den glamourösen Pariser Salons in die Welt der internationalen Hochfinanz führt, von den Wiener Palais des Fin de Siecle nach Berlin und an die Riviera, vom Tokio der 1950er Jahre über Odessa schließlich nach London. Edmund de Waal ist ein Nachkomme der jüdischen Bankiersfamilie Ephrussi, die an Reichtum und Einfluss einst den Rothschilds ebenbürtig war. Charles Ephrussi, Kunsthistoriker, Sammler, Mäzen
der Impressionisten und Freund von Marcel Proust, erwarb in den 1870er Jahren die Netsuke und schenkte sie um die Jahrhundertwende seinen Wiener Verwandten Viktor und Emmy, de Waals Urgroßeltern. Bis mit dem »Anschluss« ihre Welt zusammenbrach residierten sie in einem prunkvollen Ringstraßenpalais, umgeben von Büchern und Kunstschätzen. Dann wurde das Vermogen »arisiert«, die Familie in die ganze Welt verstreut. Von all dem Glanz blieben – die Netsuke.

Bild: 
© Graham Jepson